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8.3.

An alle Frauen, denen außer von Ihrer Mutti auch noch von niemandem ernsthaft zum Frauentag gratuliert wurde:

Alles Gute zum Frauentag!

Ich habe heute Tagungsleitung für eine Model UN gemacht und fand es irgendwie mutig, dass die weibliche Präsidentin der UN-Vollversammlung die Sitzung mit einem Verweis auf den Frauentag begonnen hat. Traurig eigentlich – dass ich es mutig fand, nicht dass sie es getan hat. Zum Abschluss der Veranstaltung bekamen alle teilnehmenden Frauen ein Ferrero Küsschen und eine Tulpe. Nur ich nicht und gratuliert hat mir auch keiner – muss ich mir Sorgen machen?

Als ich vor drei Jahren in Frankreich war und mit dem TGV von irgendwo nach irgendwo fuhr, wurde den Frauen per Lautsprecher- durchsage vom Schaffner alles Gute gewünscht und beim Fahr- kartenkontrollieren dann noch einmal persönlich. Aber die Franzosen haben ja eh nen Knall!

Den mit Abstand beklopptesten Spruch durfte sich heute meine Mutter anhören. Ein junger männlicher Kollege meinte, er würde so einen kommunistischen Feiertag nicht begehen. Nun gut: Der Männertag ist für mich dann auch gestrichen, schließlich wird da übermäßigem Alkoholkonsum im Straßenverkehr gehuldigt und das in Zeiten, in denen immer mehr Jugendliche tödliche Autounfälle unter Alkoholeinfluss bauen. Pfui!

Ich finde übrigens, dass wir Frauen das falsch angehen. Eigentlich wurde der Weltfrauentag ins Leben gerufen um gegen die politische und sonstige Benachteiligung von Frauen zu kämpfen – meiner Meinung nach weiterhin ein Thema. Da dieser Tag jedoch im Gegensatz zum Männertag nicht arbeitsfrei ist, haben wir gar keine Zeit an diesem Tag noch extra gegen unsere Benachteiligung zu kämpfen. Dumm gelaufen!
Außerdem sollten wir weniger darauf schielen, dass uns die Männer beglückwünschen, eine Frau zu sein. Wie sollte man ihnen ein solches Versäumnis auch übel nehmen: Sie wissen ja gar nicht, was sie verpassen, wenn man die geschlechterspezifischen Benachteiligungen mal außer Acht lässt! Stattdessen sollten wir es ihnen nachmachen und den Tag mit uns selbst feiern. Nächstes Jahr dann, da fällt er nämlich auf einen Samstag!

 

08.03.2007 18:14 von Henny

  1. Nur mal kurz angemerkt – Männertag ist nicht frei, weil Männertag ist!

    » e-sven » 3854 Tage zuvor » #
  2. Trotzdem alles Gute! oder was wünscht man da? Egal, ohne Frauen wäre die Welt nur halb so schön, also macht so weiter und bleibt Frauen!

    » Andreas » 3854 Tage zuvor » #
  3. @e-sven: Das habe ich auch nicht behauptet – aber irgendwann wird jemand entschieden haben, dass Himmelfahrt auch Männertag ist und der ist nunmal frei.

    @Andreas: Soso. Frauen sollen wir bleiben. Soll das etwa ein versteckter Hinweis auf die drei K’s sein? Hä? ;) Nein, der schönste Gruß an mich war das bisher.

    » Henny » 3854 Tage zuvor » #
  4. Niemals! Man könnte auch sagen, dass ihr für solch niedere Arbeiten viel zu schade sei, aber nur auf eure Reize wollt ihr euch ja auch nicht reduzieren lassen. Also viel Erfolg dann beim Selbstverwirklichen!

    » Andreas » 3854 Tage zuvor » #
  5. Himmelfahrt wurde deshalb zum Männertag, weil unsere Ahnen ihn an sich gerissen haben indem sie sich sturzbesoffen auf ihre prähistorischen Fahrräder geschwungen haben und durch den Fläming gecruist sind. Das könntet ihr mit dem Frauentag auch machen, aber dazu habt ihr ja nicht die Eier…
    Ach ja und ein Feiertag ist Feiertag, weil es was zu feiern gibt. Was ihr euch da gebastelt habt ist ein Kampftag. selber schuld!

    » Matthi: » 3854 Tage zuvor » #
  6. @matthi: Ich sag ja, wir müssen das anders angehen. Und da ich gestern arbeiten musste, wird dann nächstes Jahr gefeiert. Ob ich allerdings auf’m Fahrrad mit Ästen behängt durch die Gegend torkele, weiß ich noch nicht mit Bestimmtheit zu sagen.

    @Andreas: Danke, dass du mir erst heute und nicht schon gestern so subtil vor Augen geführt hast, dass ich außer meinen häuslichen Fähigkeiten und meinen körperlichen Reizen nichts zu bieten habe! Sehr zuvorkommend.

    » Henny » 3854 Tage zuvor » #
  7. Und wieder missverstanden worden. Lesen wir noch einmal:
    da 1. nicht geht und 2. auch nicht bleibt nur 3. über, die Selbstverwirklichung. Aber dazu kommt man wohl sehr selten, wenn man sich in Grundsatzdiskussionen verliert.

    » Andreas » 3854 Tage zuvor » #
  8. Der Verweis auf die Selbstverwirklichung hörte sich ein wenig spitz an. Abgesehen davon glaube ich, dass die Selbstverwirklichung von Frauen eher dadurch verhindert wird, dass nicht genug Grundsatzdiskussionen geführt werden.

    » Henny » 3853 Tage zuvor » #
  9. Hallo Weblond, wieso bekloppt ? Es IST ein kommunistischer Kampftag, der zu diesem von Lehnin gemacht wurde. Geschlechterspezifische Feiertage sind ein Armutszeugnis. Was ist denn da die Leistung ? Jeder hat doch wohl eins, gelle ? Christi Himmelfahrt ist auch nur okkupiert worden. Obwohl als “Vatertag” hätte er noch ne Bedeutung, weil Vater WERDEN zwar leicht, Vater SEIN aber schon eine Leistung darstellt. “Männertag” dagegen finde ich auch Quatsch. Um es mal mit einer starken Frau zusagen: was sollen Frauen hinterm Herd und welche passt schon dahinter ? :-)

    » junger männlicher Kollege » 3843 Tage zuvor » #
  10. Der internationale Frauentag wurde vielleicht von Lenihn eingeführt, inzwischen wird er jedoch weltweit auch von nichtkommunistischen Frauen (und Männern) gefeiert. Und meiner Meinung nach zu Recht: Es geht nicht darum, zu feiern, dass Frauen Frauen sind – Anti-Schwanz-Neid sozusagen – sondern darum, darauf aufmerksam zu machen, dass in vielen Regionen und Gesellschaftsbereichen das Geschlecht weiterhin eine Rolle spielt und zwar zum Nachteil der Frauen.

    » Henny » 3842 Tage zuvor » #
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