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Blitzärger

Warum stören mich die meisten Dinge eigentlich immer so plötzlich? Plopp Von einem Moment auf den anderen ziehe ich eine Fresse, runzle die Stirn und gebe nur noch pampige Antworten, deren Ton nichts Gutes verheißt. Die Umgebung reagiert meist überrascht Warum hast du denn nicht schon vorher was gesagt? Weil es vorher nix zu sagen gab. Ich dachte, alles wäre in Ordnung. Keine Probleme. Nur Sonnenschein. Man möchte seine Tage ja auch nicht mit Problemesuchen verbringen. Da wird man auf die Dauer noch zum Pessimisten und die liegen gerade nicht im Trend.

Heute, oder eigentlich schon gestern ist es mal wieder passiert: Ein unbedachter Satz am Telefon, die fehlende nonverbale Kommunikation, die alles entschärft hätte. Dann das bisher noch nicht eingelöste Versprechen, den faux pas wieder gut zu machen und schon bin ich schlecht drauf. Jetzt sitze ich hier und wundere mich einerseits über meine – vermeintlich grundlose – schlechte Laune und sinne andererseits über mögliche Ursachen nach. PMS kann es nicht sein, schließlich habe ich gerade den Eisprung, der mich ja eigentlich in befruchtungsfähige und männermordende hormonelle Hochstimmung versetzen müsste. Pustekuchen. Ich sitze hier und ärgere mich. Auch und vor allem über mich selbst. Denn eigentlich gibt es tatsächlich kein Problem. Alles läuft bestens, in einigen Details nicht so wie ich es mir vorstellte in verhuschten Tagträumen zwischen 2.5.9. Familieneinkommen und 2.5.10. Ausfallanalyse, aber das kann ich auch nur mir vorwerfen: Telepathie und Gedankenübertragung gehören nicht zu meinen Stärken und so kann das Objekt meines Ärgers ja nix von meinen Wünschen wissen.

Dafür bekommt er dann meinen Unmut auf eher diffuse Weise zu spüren. Ich bin ja nicht wirklich im Reinen mit diesen destruktiven Gefühlen, weshalb ich sie auch nicht ausleben kann. Eine andere – konstruktivere – Lösung wäre es, meine Wünsche explizit und verbal zu äußern. Dazu bin ich aber auch nicht in der Lage (trotz wiederholter gegenteiliger Behauptungen Keine Sorge! Ich sag schon was ich will…). Man möchte ja einen Hauch von Unnahbarkeit wahren und nicht gleich alle Karten und Tagträume auf den Tisch legen. Eigentlich dachte ich, ich wäre aus dem Alter raus, aber scheinbar handelt es sich hierbei um ein generationenübergreifendes Verhalten.

Sei’s drum. Mit Blick auf die Uhr kann ich mir die Entärgerung heute wohl aus dem Kopf schlagen… Die Fortsetzung folgt morgen. Vielleicht.

Nachtrag: Der Herr zeigt sich uneinsichtig und ich frage mich immer mehr, worüber ich mich eigentlich geärgert habe. Was du heut’ nicht kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen…

Nachtrag 2: Oder auch: Kommt er nicht heute, kommt er morgen. In diesem Sinne haben wir uns dann doch noch vertragen.

 

27.04.2006 22:37 von Henny

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