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Du sollst keine anderen Lehrer haben neben mir

Ich versteh das nicht: Wenn ein Aikido-Lehrer erlaubt, dass seine Schüler zu anderen Aikido-Lehrern gehen (zum Beispiel zu solchen, die etwa doppelt so lange auf der Matte stehen, wie er selbst), wieso ist er dann sauer oder persönlich beleidigt, wenn diese Schüler das Gelernte in ihre Bewegungen und Techniken einbauen?

Natürlich möchte ein Lehrer, dass seine Schüler die Techniken so machen, wie er sie gezeigt hat. Es sollte aber auch jeder Lehrer merken, dass seine Schüler die gezeigten Techniken nicht ebenso machen können wie er. Wenn sie das könnten, bräuchten sie ihn nicht mehr als Lehrer.

Dass unvermeidliche Abweichungen und vermeintliche Fehler aber immer auf den Einfluss des anderen Lehrers zurückgeführt werden, ist doch absurd! Vielleicht ist es auch einfach die Interpretation einer bestimmten Technik durch den Schüler selbst – ganz unbewusst. Schließlich wird doch immer davon geredet, dass man mit dem Körper und nicht mit dem Kopf lernen soll und vielleicht hat sich der Körper ja auch ganz unbewusst eine eigene Lösung für dieses oder jenes Problem ausgedacht. Ohne dass ein fremder Lehrer Schuld daran trägt. Dass eine solche Lösung nicht immer im Sinne des eigenen Lehrers ist – und vielleicht auch nicht immer praktikabel – steht auf einem ganz anderen Blatt. Dem Schüler in diesem Fall einen Vorwurf zu machen, halte ich allerdings für unnütz, da der Schüler per se unvollkommen ist, sonst wäre er kein Schüler mehr. Vielmehr sollte man dem Schüler seinen Fehler vor Augen führen und ihn auf einen der möglichen Wege, eine Technik richtig zu machen, zurückbringen. Wobei richtig und falsch im Aikido eher schwammige Begriffe sind.

Und warum sollte ein Aikido-Schüler denn nun zu anderen Lehrern gehen, wenn er dessen Techniken nicht lernen soll? Oder vielleicht darf er sie ja noch lernen, aber anwenden soll er sie bitteschön nicht. Soll er sie archivieren und sich an seinem nutzlosen Wissen erfreuen? Ist es denn nicht sinnvoll, wenn er die Lücken, die sein Lehrer lässt – und jeder Lehrer lässt mehr oder weniger große Lücken! -, mit dem Wissen ausfüllt, das er woanders gelernt hat?

Wie gesagt: Ich verstehe das nicht. Aber vielleicht werde ich es ja verstehen, wenn ich irgendwann (wenn überhaupt) mein eigenes Dojo und meine eigenen Schüler habe. :)

 

04.02.2007 22:10 von Henny

  1. Vielleicht hast du auch einfach Talent, dir die falschen Lehrer zu suchen. ;P

    » Nils » 3930 Tage zuvor » #
  2. Nee, nee, damit hab ich nix mehr zu tun! Ich schildere nur die Geschichten von Freunden von Freunden von Freunden! ;)

    Allerdings glaube ich nicht, dass das ein Einzelfall ist. Hier in B haben wir ja eine recht lebendige Aikido-Szene, dennoch laufen da Leute rum – und ich meine keine Anfänger, sondern Hakama- oder Dan-Träger -, die noch nie woanders als bei sich im Heimat-Dojo trainiert haben. Ich möchte denen jetzt nicht vorschreiben, sich auch andere Lehrer anzusehen, vielleicht sind sie ja glücklich, aber irgendwie finde ich das dennoch traurig.

    Na ja, nich mein Bier.

    » Henny » 3930 Tage zuvor » #
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