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Warteschlange

Also wenn ich eines hasse, dann Warten. Das einzige vertretbare Warten ist Vorfreude. Wobei die ja oft besser ist, als ihre Erfüllung. Was aber gar nicht geht, ist Warten auf etwas, von dem man nicht weiss, wann es eintrifft. Und dabei spreche ich nicht von abstrakten Dingen, wie dem Tod, dem Mann / der Frau des Lebens oder einer noch neueren Version der X-Box (geht mir schlicht am Arsch vorbei).

Es geht um die Dinge des alltäglichen Lebens. In meiner Familie waren diese immer ziemlich genau geregelt: Mittagessen gibt es 13 Uhr, Abendessen 19 Uhr und alles andere wurde abgesprochen und ebenfalls mit konkreten Zeitangaben versehen. Somit konnte man seinen individuellen Tagesablauf danach ausrichten.

Damals fand ich das ziemlich ätzend. Seit 10 Tagen bin ich Fan dieses Organisationsschemas. Denn nichts ist ätzender als auf ein Mittagessen oder den Freund zu warten, ohne zu wissen wann jenes fertig ist oder was dieser gerade und im Anschluss daran macht. Man kann nämlich statt des Wartens nichts anderes machen, weil man ständig Angst hat, das Erwartete zu verpassen…

Leider lässt sich dieser Zustand des Wartens nicht so leicht abschaffen, da planerischer Pragmatismus zu oft mit Spiessigkeit gleichgesetzt wird und diesem Vorwurf möchte man sich ja nun weissgott nicht aussetzen.

 

27.02.2006 10:10 von Henny

  1. Schlimmer noch, es könnte als typisch deutsch erkannt werden.

    » Andreas » 4229 Tage zuvor » #
  2. Planerischer Pragmatismus-nehme ich in meine Wortschatz auf. Hört sich gut an und ist auch gut.

    » Donna » 4227 Tage zuvor » #
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